Eine Lektion in italienischer Bürokratie

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Pflichtbewusst wie ich bin, war eins der ersten Dinge, die ich in Grosseto tat, das Einwohnermeldeamt aufzusuchen, um  gehorsamst meinen Wohnsitz eintragen zu lassen – nur, um von  der ebenso pflichtbewussten Beamtin aufgeklärt zu werden, dass das so einfach nicht sei.

Aktenordner (Bildquelle: sxc.hu, Autor: forwardcom)

Bildquelle: sxc.hu, Autor: forwardcom

Um echter Grossetaner zu werden, müsse ich zuerst wahlweise einen Arbeitsvertrag, Ehepapiere oder eine Umsatzsteuernummer vorweisen. Da ich ja selbstständig arbeiten wollte und eine Blitzhochzeit im Einwohnermeldeamt meiner Verlobten dann doch nicht romantisch genug war, entschied ich mich für die Variante mit der Umsatzsteuernummer. Mein Steuerberater beglückwünschte mich zu der Entscheidung und schickte mich prompt ins Einwohnermeldeamt zurück, da er mir ohne Wohnsitz leider keine Umsatzsteuernummer besorgen könne. Ergo: Ohne Umsatzsteuernummer kein Wohnsitz und ohne Wohnsitz keine Umsatzsteuernummer.

Schließlich habe ich mich für die einfachste Variante entschieden: Eine Übergabe nachts auf einem verlassenen Parkplatz, bei dem mein Steuerberater und die Beamtin vom Einwohnermeldeamt gleichzeitig Umsatzsteuer- und Meldedokumente gegeneinander tauschen. Schön, dass man sich dank der Bürokratie überall wie zu Hause fühlt.

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One Response to Eine Lektion in italienischer Bürokratie

  1. ZazuMove sagt:

    🙂 🙂 ja, das klingt vertraut! Wir haben uns für die Blitzhochzeit entschieden… Jetzt schnüffel ich hier ein bißchen was von der Maremma, die ich leider nicht allzugut kenne (bis auf die Strandregionen selbstverständlich :)). Ich lebe zwischen Florenz und Siena und fühle mich sehr wohl hier – trotz behördlichen Schnellschüssen! Ciao e a presto, Katharina

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