Medici im Sechseck: Die Stadtmauern von Grosseto

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Grosseto gehört zu den wenigen italienischen Städten, deren alte Stadtmauern vollständig erhalten sind. In der Toskana kann sich außer Grosseto nur noch Lucca dieses Privilegs rühmen – nicht umsonst wird Grosseto auch „Lucca der Maremmen“ genannt.

Grosseto Stadtmauern

Einst Schutzwall, heute Sehenswürdigkeit: Die Mauern von Grosseto (Foto: koinoo.wordpress.com)

Spaziergang auf den Medici-Mauern
Ein Glück für Maremma-Urlauber, denn die Mauern sind zugleich Aussichtsplattform und grüne Oase Grossetos. Auf dem Mauerring lässt es sich nämlich herrlich rund um die Altstadt spazieren und im Schatten von Palmen und Pinien die Gebäude von erhöhter Position aus betrachten.

Ein erster, damals noch viereckiger, Mauerwall wurde im 12. Jahrhundert errichtet, als Grosseto Bischofssitz wurde. 1336 fiel die Stadt dann an Siena. Die neuen Herrscher fügten den Mauern den „Cassero Senese“ hinzu, eine Burganlage an der Ostseite des Mauerrings, die ebenfalls bis heute in bestem Zustand ist. Als schließlich im 16. Jahrundert die Medici ihre Macht bis in die Maremma ausdehnten, wurde Grosseto vom Großherzogtum Toskana geschluckt und erhielt die bis heute bestehenden Stadtmauern aus Backstein.

Cassero Senese Grosseto

Zeuge der Herrschaft Sienas über Grosseto: der „Cassero“

Wie ein Sechseck mit Pfeilen
Wer eine Stadtkarte von Grosseto betrachtet, dem fällt sofort die charakteristische Form der Mauern auf, die die Altstadt umschließen: ein Sechseck, an deren Ecken je eine pfeilförmige Bastion nach außen ragt.

Grosseto Stadtmauern Bastion

Eine der pfeilförmigen Bastionen von Grosseto (Foto: koinoo.wordpress.com)

Der „Cassero Senese“ wurde von den Medici kurzerhand in den neu entstandenen Mauergürtel integriert: Er wird von einem der sechs „Pfeile“ umschlossen. Die Mauern dienten zur Medici-Zeit vor allem als Schutzwall gegen Belagerungen, wobei der Schutz sowohl den Bewohnern als auch den Waren galt: Grosseto war eine wichtige Lagerstätte für Salz und Weizen. Rund um die Stadt zog sich sogar einst ein schiffbarer Wassergraben.

Die Räume des „Cassero Senese“ werden heute größtenteils für Kunst- und Foto-Ausstellungen genutzt. Wer die Burganlage von innen sehen will, sollte eine solche Veranstaltung als Anlass nehmen. Ein Spaziergang auf dem Mauerwall ist jederzeit kostenlos möglich.

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4 Responses to Medici im Sechseck: Die Stadtmauern von Grosseto

  1. Giovanni sagt:

    Burgen üben auf mich immer eine ganz besondere Faszination aus.

  2. nomadenseele sagt:

    Burgen üben auf mich immer eine ganz besondere Faszination aus.
    – Auf mich auch. Und Höhlen ebenfalls.

  3. rotewelt sagt:

    Diesen Stadtmauerspaziergang habe ich noch nicht gemacht, Grosseto habe ich immer nur gestreift – schöner Tipp, danke dafür!

  4. Jan sagt:

    Interessant! Und wie viel davon noch erhalten ist…

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