Capalbio – ein idyllisches Räubernest

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Die Gemeinde Capalbio liegt am südlichsten Ende der Toskana. Bekannt ist in erster Linie der Giardino dei Tarocchi der Künstlerin Niki de Saint Phalle, der nur wenige Kilometer außerhalb des Dorfes selbst liegt. Wenn man den Kunstgarten besucht, sollte man einen Aufenthalt im Ortskern von Capalbio unbedingt noch „mitnehmen“.

Auf dem Wehrgang einmal rund um die Stadt
Das mit Sicherheit größte Highlight ist der Wehrgang auf der Stadtmauer, der sich um das gesamte Ortszentrum zieht. Dieser besteht seit dem 11. Jahrhundert, erhielt seine heutige Gestalt aber erst unter der Herrschaft Sienas im 15. Jahrhundert.

Puccini, der Wahl-Maremmaner
Auf dem Rundgang über den Mauerring erstreckt sich der Blick zur einen Seite über Olivenhaine und Wälder bis zur toskanischen Küste, zur anderen Seite hat man stets die Burg der Stadt, die „Rocca Aldobrandesca“, in Sicht. An den mächtigen Wehrturm der Burg schließt sich der Renaissance-Palast „Palazzo Collacchioni“ an. Sowohl Turm als auch Palazzo kann man besichtigen. Die 4 Euro Eintritt ist allein schon der Ausblick vom Turm aus wert. Im Palazzo sind Renaissance-Möbel ausgestellt, darunter auch ein Flügel, der von Giacomo Puccini gespielt wurde. Puccini war nämlich drei Jahre lang Wahl-Maremmaner und bewohnte einen alten Aussichtsturm im nahegelegenen Orbetello.

Heimat der Räuber und Wilderer
Wer heute durch die friedvolle Altstadt schlendert oder ins idyllische Umland blickt, mag kaum glauben, dass Capalbio bis weit ins 20. Jahrhundert hinein als Räubernest verschrien war. Mit dem Niedergang des Großherzogtums Toskana hielt ab Mitte des 19. Jahrhunderts die Armut Einzug in Capalbio – und mit ihr Banditen und Wilderer, die sogenannten „briganti“. Vergilbte Steckbriefe der Räuber zeugen in einigen Lokalen Capalbios noch heute davon.

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One Response to Capalbio – ein idyllisches Räubernest

  1. Hat dies auf derblauweisse rebloggt und kommentierte:
    Eine Reise wert….

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