Grosseto, die Hauptstadt der Maremma

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Na gut, streng genommen ist Grosseto nur die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz, dennoch gilt sie als das Zentrum der Maremma. Grund genug für einen Rundgang:

Trotz der immerhin gut 80.000 Einwohner spielt sich das Leben nach wie vor in dem überschaubaren historischen Zentrum ab. Erste und vielleicht bedeutendste Sehenswürdigkeit sind die alten Medici-Stadtmauern aus dem 16. Jh. Sie sind vollständig erhalten und umgeben bis heute den Stadtkern – damals zum Schutz gegen Belagerungen, jetzt gegen den Autolärm. Doch dazu später mehr.

Grosseto, Maremma, Toskana

Der Dom von Grosseto

Man betritt das Zentrum zum Beispiel am Südende der Altstadt durch das Tor an der Via dei Barberi. Auf dem großen Parkplatz vor dem Stadttor findet jeden Donnerstag- und Samstagvormittag ein großer Markt statt, auf dem es vor allem Kleidung und Haushaltswaren gibt, aber auch Ess-Stände – ideal für einen ersten Snack mit einer „Porchetta“ (Schweineroulade im Brötchen). Die Zutaten zum Selberkochen im Ferienhaus kauft man dagegen gegenüber des großen Parkplatzes in der Markthalle „Mercato Coperto“ (Via dei Lavatoi): Hier gibt es Obst und Gemüse, Fleisch und frischen Fisch.

Grosseto, Maremma, Toskana

Der „Cassero“, die Festung aus der Siena-Zeit

Sobald man die Altstadt betreten hat, sieht man links die Piazza del Sale – ursprünglich der Ort, an dem das Salz („sale“) gelagert wurde. Geradeaus weiter führt die Via Ricasoli zum wichtigsten Platz Grossetos: der Piazza Dante. Wichtig nicht nur, weil die im neugotischen Palazzo Aldobrandeschi untergebrachte Provinzregierung hier ihren Sitz hat, sondern vor allem, weil der kreisrunde Platz beliebter Treffpunkt der Grossetaner ist. Links neben dem Palazzo Aldobrandeschi: der Dom. Von dessen ursprünglicher Gestalt aus dem 13. und 14. Jh. ist nicht viel erhalten, dafür verleiht ihm die im 19. Jh. realisierte rot-weiße Marmorfassade ein wenig Prunk.

Grosseto, Maremma, Toskana

Spaziergang in der Altstadt Grossetos

Der Dom ist auch Startpunkt der Fußgängerzone „Corso Carducci“, in der man wunderbar zwischen Schmuck- und Modegeschäften, Bars und Eisdielen hin- und her-bummeln kann. Vom „Corso“, wie er meist nur genannt wird, geht die Via Cairoli ab und führt zur Piazza Baccarini mit dem sehr sehenswerten Archäologiemuseum Museo archeologico e d’arte della Maremma.

Etwas weiter trifft man auf die Kirche „San Francesco“, an der man trotz ihres schlichten und unauffälligen Äußeren nicht achtlos vorbeigehen sollte. Links vom Eingangsportal geht es nämlich in den sehr schönen Kreuzgang des ehemaligen Mönchskonvents. Mittendrin: der Büffelbrunnen („Pozzo della Bufala“), der angeblich so heißt, weil ein vor dem Metzger fliehender Büffel in das Loch fiel, das für den Bau des Brunnens gerade ausgehoben wurde.

Von der vor der Kirche vorbeiführenden Via Andrea da Grosseto geht es links in die Via Saffi; sobald diese in die Via Mazzini mündet, führt rechter Hand ein Fußweg hinauf auf die eingangs erwähnten Stadtmauern aus der Medici-Zeit. Von hier aus lässt sich das Stadtzentrum komplett umrunden und die Häuser und Plätze von oben betrachten, stets sonnengeschützt von Pinien und Palmen.

Grosseto, Maremma, Toskana

Stadtmauer mit Bastion

Hat man die Runde auf den Wehrgängen zu etwa zwei Dritteln vollendet, trifft man auf den „Cassero“, die alte Festung der Sieneser. Die Öffnungszeiten sind leider etwas unregelmäßig, da sie sich nach Veranstaltungen wie Konzerten, Open-Air-Kino oder Kunstausstellungen richten. Im Sommer hat man allerdings gute Chancen, die Festungsanlage spontan betreten zu dürfen.

Noch ein paar Geheimtipps:

  • Das beste Eis in Grosseto bekommt man kurz außerhalb der Altstadt im „Planet’s“, Via Oberdan 13.
  • Gute Pizza auf die Hand gibt es gegenüber des Doms in der „Pizzeria del Duomo“, Via Manin 6.
  • Mit Kindern sollte man am südwestlichen Rand der Stadtmauer auf dem großen Spielplatz eine Pause machen, Zugang über Via Gramsci.
  • Gleich neben dem „Mercato Coperto“ ist das „Dolce Notte“, Via Cimarosa 1/3, das (wie der Name sagt) nachts geöffnet hat und Kalorienbomben wie Nutella-Krapfen und Vanillecreme-Croissants anbietet.
  • Einmal im Jahr, meistens im Mai, findet auf der Piazza Dante das kulinarische Festival „Maremma Wine & Food Shire“ statt. Man holt sich für fünf Euro ein Weinglas und kann es an den Ständen beliebig oft mit besten toskanischen Tropfen füllen lassen. Genaue Termine (sobald sie feststehen) in unserem Veranstaltungskalender.
Hier gibt’s noch mehr Ausflugstipps für die Südtoskana.

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4 Responses to Grosseto, die Hauptstadt der Maremma

  1. minibares sagt:

    Wow, Stadtmauern die ganz umrunden, gehen wir gern entlang.
    Deine Fotos sind Spitze, deine Texte auch.
    Die Medici, über die habe ich im Buch Michelangelo vieles gelesen, auch im Fernsehen waren sie öfter Thema.
    In Florenz war ich zweimal, aber immer nur kurz, ca. einen halben Tag.
    Liebe Grüße Bärbel

  2. MaremmaBlog sagt:

    Hat dies auf MaremmaBlog rebloggt und kommentierte:
    To all our German-speaking readers: do not miss travel tips on Southern Tuscany on „Maremma Geheimtipp Blog“! Here is an article on the local capital, Grosseto.

    For the English article on Maremma Blog, check out „Exploring Grosseto“ http://maremmablog.com/2015/01/05/exploring-grosseto-the-capital-of-maremma-tuscany/

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