Im gelben Zug durch den Stollen: Bergbaupark San Silvestro

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Das Cornia-Tal war schon immer reich an wertvollen Metallen wie Silber, Kupfer, Blei, Eisen und Zink. Die Etrusker waren die ersten, die dort Bergbau betrieben, wenn auch mit aus heutiger Sicht archaischen Methoden: Gerade einmal schulterbreite, verschlungene Gänge schlugen sie bei der noch verhältnismäßig planlosen Suche nach Mineralien in den Fels nahe dem heutigen Campiglia Marittima . Ein gewisser Erfolg muss ihnen aber beschieden gewesen sein, da man in der Nähe Reste von Verhüttungsöfen fand.

Bergbaupark San SilvestroImmer wieder wurden seitdem die Minen des Cornia-Tals wiederentdeckt, wiedereröffnet, genutzt, wieder geschlossen und wieder vergessen. Im frühen Mittelalter wurde sogar ein ganzes Dorf für die Bergarbeiter gebaut, die „Rocca San Silvestro“ – heute ein gespenstisch anmutendes Geisterdorf. Den letzten großen Boom erlebte das Bergwerk im 19. Jahrhundert, als die Verwendung von Sprengmaterial und die fortgeschrittene Abbautechnik eine rentablere Nutzung der Minen erlaubte.

Wo vor 100 Jahren noch die Maschinen liefen, befindet sich heute der Parco Archeominerario di San Silvestro, in dem auf 450 Hektar die Geschichte des Bergbaus im Cornia-Tal lebendig wird. Alle Sehenswürdigkeiten und Rundwege durch den Park sind an einem Tag kaum zu schaffen, aber folgende Highlights sollte man sich auf jeden Fall ansehen:Bergbaupark San Silvestro

  • Das Besucherzentrum am Eingang beherbergt das Archäologie- und Mineralienmuseum, in dem man Proben der wertvollen Mineralien sieht und erfährt, wie diese entstanden sind.
  • Mit Helm und Regenmantel ausgestattet erforscht man eine der Minen, die „Miniera del Temperino„. Während der 40-minütigen Führung bekommt man einen Einblick in die verschiedenen Fördermethoden von der Antike bis zur heutigen Zeit.
  • Das „Museo delle Macchine Minerarie“ zeigt die riesigen Maschinen, mit denen vor 100 Jahren das letzte Mal die Erze gefördert und verarbeitet wurden.
  • Der spaßigste Teil der Besichtigung ist zweifellos die Fahrt mit dem knallgelben Zug durch die „Galleria Lanzi-Temperino“, einen Verbindungsstollen, der vom Abbauschacht zu den ehemaligen Zertrümmerungs- und Trennanlagen führt.
  • Die Zugfahrt endet vor dem mittelalterlichen Bergarbeiterdorf „Rocca San Silvestro„, das ebenfalls besichtigt werden kann.

Bergbaupark San Silvestro

Bergbaupark San Silvestro

Rocca San Silvestro

Für den kurzen Aufstieg zur Rocca San Silvestro sind feste Schuhe von Vorteil. In den Stollen ist wegen der konstant niedrigen Temperaturen eine leichte Jacke zu empfehlen.

Infos:
Parco Archeominerario di San Silvestro
Via di San Vincenzo 34, 57021 Campiglia Marittima
Öffnungszeiten: Juli u. Aug. tgl. 9.30–19.30 Uhr; Juni u. Sept. Di–So 10–19 Uhr; März, Apr., Mai u. Okt. Sa–So 10–18 Uhr
Eintritt: 15 Euro, Kinder 11 Euro, Familienticket 39 Euro
offizielle Website

Fotos: parchivaldicornia.it

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One Response to Im gelben Zug durch den Stollen: Bergbaupark San Silvestro

  1. Giovanni sagt:

    Alte Stollen haben immer den Hauch des Besonderen: Einerseits gespenstisch andererseits romatisch.
    Besuchenswert sind sie allemal 🙂

    Cari saluti, Giovanni

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