Strände und Napoleon: die Insel Elba

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Elba – ein gnadenlos überlaufendes Touri-Ziel, dachten wir uns und haben die berühmt-berüchtigte Insel bis auf einen Kurztrip nach Portoferraio lange Zeit gemieden.

Völlig zu Unrecht, wie wir bei einem erneuten Besuch feststellen mussten, denn die größte Insel des Toskanischen Archipels (zu dem u. a. auch Giglio und Caparaia gehören) hat unheimlich viel zu bieten – aus unserer Sicht vor allem: Strände und Napoleon.

Die Fähren nach Elba fahren (von den Minikreuzfahrten mit Start in Castiglione della Pescaia einmal abgesehen) von Piombino ab, das eine Autostunde südlich von Livorno liegt, und steuern einen der Elba-Häfen Portoferraio, Cavo oder Rio Marina an (Infos und Abfahrtszeiten unter www.toremar.it). Für Elba-Neulinge ist Portoferraio eine gute Wahl, da dies der Haupt- und größte Ort der Insel ist. Wer Elba ohne Auto besucht, kann bei Tesi Rent direkt am Hafen (Calata Italia 17, Tel. 0039 0565 930222, tesirent@infoelba.it) einen Motorroller mieten, um die schönste Ecken der fischförmigen Insel zu erkunden. Dazu gehören mit Sicherheit die Strände: Le Ghiaie in Portoferraio, Biodola und Scaglieri etwas weiter westlich sowie Fetovaia und Cavoli im Süden bieten paradiesisch klares, türkisfarbenes Wasser. Selbst die größte Insel der Toskana hat überschaubare Dimensionen, sodass es von Strand zu Strand höchstens 45 Autominuten sind.

Um Elbas prominentesten ehemaligen Bewohner kommt man nicht herum: Napoleon Bonaparte wurde 1814 auf die Insel verbannt. Zwar blieb er gerade einmal zehn Monate, drückte Elba aber deutlich seinen Stempel auf, was vor allem an und in den beiden Villen zu sehen ist, die der Kaiser sich als Residenzen wählte: die Villa dei Mulini in Portoferraio und die Villa San Martino rund 7 km südwestlich davon.

Die Villa dei Mulini stammt eigentlich noch von Großherzog Gian Gastone de‘ Medici (1724), wurde für Napoleon aber umgebaut und unter anderem um einen Festsaal erweitert. Außer diesem sind bis heute Salon, Arbeits- und Schlafzimmer zu besichtigen. Plus die Bibliothek, die Originalbücher aus Napoleons Besitz beherbergt (P.le Napoleone, Tel. 0039 0565 915846, Mo, Mi-Sa 8.30-19, So 8.30-13 Uhr, Di geschl., Eintritt 5 €).

In der Villa San Martino sind vor allem zwei Zimmer sehenswert: der (mit aufgemalten Hieroglyphen und Nil-Landschaften fast schon kitschig anmutende) ägyptische Saal sowie der „Saal des Liebesknotens“. Letzterer verdankt seinen Namen einem Deckengemälde, das zwei einen Knoten bindende Tauben darstellt – ein Symbol für die Liebe Napoleons zu seiner zweiten Ehefrau Marie-Louise von Österreich (Loc. San Martino, Tel. 0039 0565 914688, Nov.-März Di-Sa 8.30-15, So 8.30-13, April-Okt. Di-Sa 8.30-19, So 8.30-13 Uhr, Mo geschl., Eintritt 5 €, Kombiticket für beide Villen 8 €).

Der Villa San Martino vorgelagert ist die Galleria Demidoff, erbaut erst nach Napoleons Tod von Anatolio Demidoff, Ehemann einer Nichte des Kaisers. Sie enthält Gemälde, Skulpturen und Möbel aus dem Besitz Napoleons. Wichtigstes Stück der Sammlung ist die Skulptur „Galatea“, die der Künstler Antonio Canova angeblich nach dem Vorbild von Napoleons Schwester Paolina angefertigt hat.

Beim Elba-Aufenthalt ist außerdem Porto Azzurro einen Besuch wert. Der hübsche Ort an der „Schwanzflosse“ der Insel ist zwar sehr touristisch geprägt, zum Flanieren und Andenken-Shoppen dafür ideal. Besuchenswert sind zum Beispiel der Handwerksladen „Bambole della Bottega Scura“ (Via Sant’Anna 57), der schöne Keramiken herstellt, und die Eisdiele „Casa del Gelato“ (Piazza Matteotti 24).

Hier gibt’s noch mehr Ausflugstipps für die Südtoskana.

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2 Responses to Strände und Napoleon: die Insel Elba

  1. Anonymous sagt:

    Danke Max Fleschhut! Wir sind Ihrem Tipp gefolgt und haben eine wunderbare Landschaft, ein schönes Haus mit sehr gutem Essen, einer stets mit Rat und Tat präsenten Rossana und (ent)spannende Tage, gespickt mit vielen Eindrücken, erleben dürfen.
    Schöne Grüße in die wunderbare Maremma.
    Ingrid aus Österreich

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