aktualisiert 2026
Na gut, streng genommen ist Grosseto nur die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz, dennoch gilt sie als das Zentrum der Maremma. Grund genug für einen Rundgang …

Trotz der immerhin gut 80.000 Einwohner spielt sich das Leben nach wie vor in dem überschaubaren historischen Zentrum ab. Erste und vielleicht bedeutendste Sehenswürdigkeit sind die alten Medici-Stadtmauern aus dem 16. Jh. Sie sind vollständig erhalten und umgeben bis heute den Stadtkern – damals zum Schutz gegen Belagerungen, jetzt gegen den Autolärm. Doch dazu später mehr.
Märkte in Grosseto
Man betritt das Zentrum zum Beispiel am Südende der Altstadt durch das Tor an der Via dei Barberi. Auf dem großen Parkplatz vor dem Stadttor findet jeden Donnerstagvormittag ein großer Markt statt, auf dem es vor allem Kleidung und Haushaltswaren gibt, aber auch Ess-Stände – ideal für einen ersten Snack mit einer „Porchetta“ (Schweineroulade im Brötchen). Die Zutaten zum Selberkochen im Ferienhaus kauft man dagegen gegenüber des großen Parkplatzes in der Markthalle „Mercato Coperto“ (Via dei Lavatoi): Hier gibt es Obst und Gemüse, Fleisch und frischen Fisch.

Das Herz Grossetos: Dom und Piazza Dante
Sobald man die Altstadt betreten hat, sieht man links die Piazza del Sale – ursprünglich der Ort, an dem das Salz („sale“) gelagert wurde. Geradeaus weiter führt die Via Ricasoli zum wichtigsten Platz Grossetos: der Piazza Dante. Wichtig nicht nur, weil die im neugotischen Palazzo Aldobrandeschi untergebrachte Provinzregierung hier ihren Sitz hat, sondern vor allem, weil der kreisrunde Platz beliebter Treffpunkt der Grossetaner ist. Links neben dem Palazzo Aldobrandeschi: der Dom. Von dessen ursprünglicher Gestalt aus dem 13. und 14. Jh. ist nicht viel erhalten, dafür verleiht ihm die im 19. Jh. realisierte rot-weiße Marmorfassade ein wenig Prunk.

Der Dom ist auch Startpunkt der Fußgängerzone „Corso Carducci“, in der man wunderbar zwischen Schmuck- und Modegeschäften, Bars und Eisdielen hin- und her-bummeln kann. Vom „Corso“, wie er meist nur genannt wird, geht die Via Cairoli ab und führt zur Piazza Baccarini mit dem sehr sehenswerten Archäologiemuseum Museo archeologico e d’arte della Maremma.
Etwas weiter trifft man auf die Kirche „San Francesco“, an der man trotz ihres schlichten und unauffälligen Äußeren nicht achtlos vorbeigehen sollte. Links vom Eingangsportal geht es nämlich in den sehr schönen Kreuzgang des ehemaligen Mönchskonvents. Mittendrin: der Büffelbrunnen („Pozzo della Bufala“), der angeblich so heißt, weil ein vor dem Metzger fliehender Büffel in das Loch fiel, das für den Bau des Brunnens gerade ausgehoben wurde.


Perfekt erhaltene Stadtmauern
Hinter der Kirche führt die Via Saffi vorbei; wo diese in die Via Mazzini mündet, führt rechter Hand ein Fußweg hinauf auf die eingangs erwähnten Stadtmauern aus der Medici-Zeit. Von hier aus lässt sich das Stadtzentrum komplett umrunden und die Häuser und Plätze von oben betrachten, stets sonnengeschützt von Pinien und Palmen.
Eine Festung als Event-Location
Hat man die Runde auf den Wehrgängen zu etwa zwei Dritteln vollendet, trifft man auf den „Cassero“, die alte Festung der Sieneser. Die Öffnungszeiten sind leider etwas unregelmäßig, da sie sich nach Veranstaltungen wie Konzerten, Open-Air-Kino oder Kunstausstellungen richten. Im Sommer hat man allerdings gute Chancen, die Festungsanlage spontan betreten zu dürfen.
Noch ein paar Grosseto-Geheimtipps:
- Das beste Eis in Grosseto bekommt man ganz zentral im „0564“, Piazza Dante 27.
- Gute Pizza auf die Hand gibt es unweit Doms in der „Pizzeria Regina“, Via Curtatone 10.
- Mit Kindern sollte man am südwestlichen Rand der Stadtmauer auf dem großen Spielplatz eine Pause machen, Zugang über Via Gramsci.
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