Civita di Bagnoregio – wie aus der Zeit gefallen

5/5 (4)

Ein Besuch von Civita di Bagnoregio ist wie eine Reise in die Vergangenheit. Kein Wunder, dass die verträumte, wagemutig auf einen Fels gebaute Ortschaft schon als Filmkulisse herhalten musste. Unsere Gastautorinnen Sara und Alessandra führen uns durch das Dorf.

Civita di Bagnoregio, Provinz Viterbo, Maremma

Das traumhaft schöne Dorf Civita di Bagnoregio in der Provinz Viterbo, unweit des Bolsenasees, ist nur über eine lange und schmale Fußgängerbrücke zu betreten. Das macht bereits das letzte Stück der Anreise zu einem beeindruckenden Erlebnis. Da dieser Ort bis heute von Autos verschont geblieben ist, bekommt man bei einem Besuch einen beinahe ungefilterten Blick in die Vergangenheit. Innerhalb der Stadtmauern bilden mittelalterliche und zum Teil auch antike Bauten eine einmalige Kulisse. Der Ort kann auf eine 2.500 Jahre lange Geschichte zurückblicken, denn bereits die Etrusker erkannten die hervorragende strategische Lage.

Kleiner Ort mit großen Highlights

Civita di Bagnoregio, Provinz Viterbo, Maremma
Spektakulär ist schon der Fußweg nach Civita di Bagnoregio.

Ein kleiner Spaziergang durch das malerische Dorf darf bei einem Besuch nicht fehlen. Da der Ort nur sehr klein ist, können die einzelnen Sehenswürdigkeiten nicht verfehlt werden. Generell führen die Wege durch schmale, verwinkelte Gassen, die immer wieder den Blick auf kleine, pittoreske Häuser und Plätze freigeben. Der gesamte Ort ähnelt einem Freilichtmuseum.

Bei einem Besuch fällt zunächst die Kirche San Donato auf. Hier lohnt sich nicht nur ein Blick auf die Fassade, sondern auch ein Besuch im Inneren. Dort befindet sich ein Kreuz, das der Schule Donatellos zugeordnet wird. Betrachtet man das Kreuz von rechts, scheint Christus noch am Leben zu sein. Bei einem Blick von links jedoch ist er seinem Schicksal bereits erlegen. Für alle Archäologie-Liebhaber ist die genaue Betrachtung des Kirchturms ein Muss! Hier wurden zwei etruskische Sarkophage als Spolien, also als Baumaterial, wiederverwendet.

Chiesa San Donato, Civita di Bagnoregio
Kunstschätze innen wie außen: die Chiesa San Donato

Schauplatz von Pinocchios Abenteuer

Für alle, die auf Reisen auch immer auf der Suche nach bekannten Filmkulissen sind, bietet Civita di Bagnoregio ein weiteres Highlight: das mittelalterliche Haus, in dem im Jahre 2008 der Film Pinocchio gedreht wurde. Auch ein kurzer Besuch im geologischen Museum ist reizvoll, denn hier erfährt man alles über die spannende Entstehungsgeschichte dieser Region, noch weit vor der menschlichen Besiedelung.

Das perfekte Foto als Erinnerung

Ein Rundgang durch das kleine Dorf ist für sich schon ein Erlebnis, doch für das Erinnerungsalbum zu Hause möchte man natürlich auch noch das perfekte Bild dieses fotogenen Ortes schießen. Für das optimale Instagram- oder Postkartenmotiv begibt man sich am besten zum „Belvedere panoramico“. Von dieser Stelle, aber auch vom Anfang der Fußgängerbrücke, bieten sich herrliche Aussichtspunkte, von denen die spannende Lage des Dorfes auf der Spitze des Felsens bestmöglich eingefangen werden kann.

Civita di Bagnoregio, Provinz Viterbo, Maremma
Ein Dorf wie aus einem Märchen: die Gassen von Civita di Bagnoregio

Wie entkommt man den Besuchermassen?

Civita di Bagnoregio, Provinz Viterbo, Maremma
Hübsche Plätze laden zum Staunen und Fotografieren ein.

Für einen Ausflug nach Civita di Bagnoregio sollte man bereits in der Früh aufbrechen. Der Ort wurde zwar lange als „sterbendes Städtchen“ bezeichnet, da hier zeitweise nicht mehr als 5-12 Personen lebten, doch vor allem in den Sommermonaten erkunden zahlreiche Besucher die schmalen Gassen. Ansonsten sind es die frühen Abendstunden, die sich für einen Aufenthalt besonders eignen, wenn die umliegenden Tuff-Felsen von der untergehenden Sonne in einen warmen Goldton getaucht werden. Vor allem eine Übernachtung in Civita di Bagnoregio bietet die Möglichkeit, das Dorf von einer ganz besonderen Seite zu sehen, ohne Touristen. Keine Sorge, die schweren Koffer müssen dafür nicht über die lange Treppe getragen werden; es gibt einen eigenen Transport-Service dafür.

Wie erreicht man das malerische Dorf?

Die Anreise funktioniert am einfachsten mit einem (Miet-)Auto. Der Ort liegt nicht weit von der Autostrada A1 entfernt, die Rom und Mailand verbindet. In der Umgebung gibt es zahlreiche Parkmöglichkeiten. Hier gilt: Je näher man am Eingang parken möchte, desto höher werden die Kosten für den Parkplatz. Hat man erst einmal das Auto abgestellt, folgt ein kurzer Zwischenstopp an der Kasse. Das kleine Dorf wird nämlich wie ein Museum gehandhabt, und ohne Eintrittskarte kann der Weg in eines der „borghi più belli d’Italia“ nicht beschritten werden. Wenn eine Unterkunft vor Ort gewählt wird, spart man sich allerdings die wenigen Euro Eintrittsgeld.

Über die Autorinnen

Italien für die Ohren

Die zwei Halbitalienerinnen Sara und Alessandra teilen ihre Liebe und ihre Insider-Tipps zum Paese del Sole in ihrem wöchentlichen Podcast, auf ihrem Blog und in den sozialen Medien. Mehr dazu auf www.italienfuerdieohren.at.

0

0 1 2 3 4 5

Tagged , , , , .Speichere in deinen Favoriten diesen permalink.

Eine Antwort zu Civita di Bagnoregio – wie aus der Zeit gefallen

  1. G.M.S. sagt:

    Gute Geschichte, guter Tipp!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*