Ummauertes Idyll: Magliano in Toscana

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Trutzig und imposant erheben sich die mittelalterlichen Mauern von Magliano auf einem Hügel in der Maremma. Der Anblick ruft Assoziationen an tapfere Ritter hervor, die von den Wehrgängen aus feindliche Heere abwehren. In starkem Gegensatz dazu steht die friedliche Umgebung des Ortes: Olivenhaine, Weinberge und Zypressen zieren die weichen Hügel. Und auch innerhalb des wehrhaften Mauerrings geht es so entspannt zu, wie man es von einem abgelegenen Toskana-Dorf erwartet.

Magliano in Toscana
Was für ein Panorama!
Magliano in Toscana
Wohin man schaut: Toskana-Flair pur

Magliano in Toscana liegt rund 15 Kilometer von der Maremma-Küste entfernt auf ungefähr halber Strecke zwischen den Thermalquellen von Saturnia und dem Meer. Eigentlich gar nicht völlig ab vom Schuss. Doch mangels allzu berühmter Sehenswürdigkeiten und angesichts der Highlights in unmittelbarer Umgebung (Saturnia, Talamone, Maremma-Naturpark) lassen es die meisten Maremma-Urlauber links liegen.

Etrusker, Römer, Aldobrandeschi und Sieneser

Schade eigentlich, denn Magliano ist nicht nur optisch der Inbegriff des malerischen Toskana-Dorfs, sondern auch in Bezug auf seine Geschichte typisch für die Gegend: In der Antike befand sich hier eine etruskische Siedlung, die dann von den Römern erobert wurde. Bei Magliano wurde sogar eins der wichtigsten etruskischen Schriftdenkmäler gefunden, die Bleiplatte von Magliano. Im Mittelalter herrschte dann das Feudalherrengeschlecht Aldobrandschi (wie praktisch überall in der Maremma), um im 14. Jahrhundert von den Sienesern abgelöst zu werden. Diese bauten die Verteidigungsmauern der Stadt bedeutend aus – in der Gestalt, wie sie sich noch heute präsentieren.

Magliano in Toscana
Ein Spaziergang auf dem ehemaligen Wehrgang …
Magliano in Toscana
… eröffnet wunderbare Blicke …
Magliano in Toscana
… sowohl auf die Dächer der Stadt als auch ins Umland.

Der Mauerring ist mit Sicherheit die wichtigste Sehenswürdigkeit von Magliano. Auf dem alten Wehrgang lässt sich das Zentrum nahezu komplett umrunden. Am schönsten ist dabei die Aussicht über die Bilderbuch-reife Umgebung, aber auch der erhabene Blick auf die Dächer, Gassen und Plätze der Altstadt.

Uriger Charme

Ein Rundgang innerhalb der Mauern offenbart zwar keine großen Überraschungen, vermittelt aber den verträumten Charme eines vom Tourismus unberührten Örtchens im Hinterland. Tatsächlich teilt man sich Gassen, Cafés und Restaurants praktisch nur mit „Maremmani“, was gerade in der Hochsaison eine Wohltat sein kann. Zum urigen Charakter passen auch die Dorfkirchen San Martino und San Giovanni Battista.

Magliano in Toscana
Die Kirchen San Martino …
Magliano in Toscana
… und San Giovanni Battista

Klosterruine San Bruzio

Zwei Kilometer vom Dorfzentrum entfernt trefft ihr auf die ehemalige Klosterkirche San Bruzio. „Ehemalig“, weil bis auf die Vierung und die Apsis nicht viel davon übrig ist. Gerade deshalb ist die Ruine aber so sehenswert. Wie sie dort steht inmitten von Olivenbäumen, könnte sie glatt einem Gemälde aus der Epoche der Romantik entsprungen sein! Ihr erreicht San Bruzio, wenn ihr kurz außerhalb des Zentrums der Abzweigung nach Manciano folgt. Nach ca. einem Kilometer führt links ein schmaler Schotterweg zur Ruine.

San Bruzio, Magliano in Toscana
Die Klosterruine San Bruzio
San Bruzio, Magliano in Toscana
San Bruzio, Magliano in Toscana
San Bruzio, Magliano in Toscana
Magliano in Toscana
Blick auf Magliano von San Bruzio aus

Fotos: Maremma Geheimtipp und Elisa DV (mit ihrem sehr schönen Instagram-Account!)

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