Lago di Bolsena: schwarze Strände mit blauer Fahne

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Bei der Auswahl an Stränden lässt die Maremma kaum Wünsche offen, keine Frage. Dennoch lohnt es sich, zum Baden nicht nur ans Meer zu fahren, sondern auch dem Landesinneren einen Besuch abzustatten. Im Latium-Teil der Maremma, im nördlichsten Eck zwischen der Toskana und Umbrien, liegt der größte Vulkansee Europas, der Lago di Bolsena. Vermutlich entstand er vor etwa 300.000 Jahren, als durch einen gewaltigen Ausbruch sieben Magmakammern in sich zusammenstürzten und der so entstandene 114 km² große Krater sich mit Wasser füllte.

Capodimonte, Lago di Bolsena

Capodimonte

Die schwarzen Partikel im Sand am Ufer sind daher nicht etwa Schmutz, sondern Vulkangestein. Der Bolsena-See zählt sogar zu den saubersten ganz Italiens und wird regelmäßig mit der „bandiera blu“ („blaue Fahne“), dem Siegel für sauberes Wasser, ausgezeichnet. Baden kann man fast überall entlang der 43 km langen Küste, sei es an besagten schwarzen Sandstränden oder in vom Schilf umgebenen Buchten.

Außer zum Baden ist der Bolsena-See ideal zum Segeln sowie Windsurfen und Kitesurfen. An den meisten Sommernachmittagen kann man sich auf Thermikwind aus östlicher, südlicher oder westlicher Richtung verlassen. Herausforderndere Bedingungen hat man, wenn der „Tramontana“ weht, ein kräftiger Nordwind. Diverse Segel- und Surfschulen rings um den See bieten Kurse für Anfänger, Fortgeschrittene und Erfahrene an. Der Club Nautico Capodimonte (Loc. Pajeto, 01010 Capodimonte, Tel. 0039 0761 871331) beispielsweise veranstaltet Zwei- oder Fünftages-Segelkurse für Kinder und Erwachsene.

Auch Angler profitieren vom sauberen Wasser des Lago di Bolsena. Hier beißen Hecht, Barsch, Aal oder Coregone (eine Renkenart). Die nötige Lizenz lässt man sich im Büro des „Corpo Forestale“ ausstellen (Corso della Repubblica 15, 01023 Bolsena, Tel. 0039 0761 799254). Im Prinzip besteht sie aus einer einfachen Überweisung von 30 Euro, deren Quittung zusammen mit dem Personalausweis als Angelschein gilt.

Wer nicht selbst angeln will, kann den Fisch natürlich auch in einem der vielen Restaurants am Seeufer genießen. Sehr gut sind zum Beispiel Ristorante Stuzzico (Via Oreste Borghesi 20, 01027 Montefiascone) und Trattoria del Moro (Piazzale Dante Alighieri 5, 01023 Bolsena). Das typischste lokale Gericht ist übrigens die „Sbroscia„, ein Fischeintopf mit dem „Best of“ der Bolsena-See-Fische. Ein Highlight ist die jährlich im August stattfindende Sagra del Coregone (ein kulinarisches Dorffest, bei der es vor allem den bereits erwähnten Coregone zu essen gibt) in Capodimonte. Für genaue Termine siehe unseren Veranstaltungskalender oder die aushängenden Plakate in den Orten rund um den See.

Marta, Lago di Bolsena

Marta

Apropos Orte rund um den See. Diese sind sieben an der Zahl und heißen Bolsena, Montefiascone, Marta, Capodimonte, Gradoli, Grotte di Castro und San Lorenzo Nuovo. Malerisch und sehenswert sind sie alle, zudem ist keiner der Orte mehr als 30 Autominuten vom anderen entfernt.

Aus Montefiascone stammt übrigens der bekannte Weißwein Est! Est!! Est!!! Der Name rührt angeblich von einem deutschen Prälat her, der auf der Durchreise nach Rom war. Um die besten Weinstuben auszukundschaften, schickte er stets einen Diener voraus, der „Est“ („Hier ist es“) an die Tür besonders empfehlenswerter Gasthäuser schreiben sollte. In Montefiascone war der Diener von dem Wein so begeistert, dass er gleich dreimal „Est“ schrieb.

Im See befinden sich zwei Inseln, die „Isola Martana“ und die größere „Isola Bisentina“. Leider sind beide in Privatbesitz, sodass man sie nicht betreten kann. Sehr wohl kann man sie allerdings vom Wasser aus betrachten, wenn man sich mit dem Boot nähert. Eine ideale Gelegenheit dazu bieten die einstündigen Bootstouren von Navigabolsena (Viale Regina Margherita 28, 01010 Capodimonte, Tel. 0039 0761 870760, 9 Euro pro Person): Es werden die schönsten Punkte des Sees, inklusive der Inseln angefahren, und ein Halt zum Baden mitten im See eingelegt.

Hier gibt’s noch mehr Badetipps in der Maremma.

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5 Responses to Lago di Bolsena: schwarze Strände mit blauer Fahne

  1. Silencer sagt:

    Der Artikel kommt genau zur richtigen Zeit. Gerade gestern Abend saß ich vor der Landkarte und überlegte, ob der See einen Ausflug wert ist.

  2. Dazu kann ich nur sagen: Est! Est!! Est!!! 😉

  3. Franzi sagt:

    Traumhaft! Hatte auch schon mit dem Gedanken gespielt, da mal hinzufahren. LG Franzi

  4. Beate sagt:

    Ich war jahre dort und nun endlich mit meinem Mann! Schön, lecker, immer wieder!

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