Bilderbuch-Toskana aus Tuff: Sorano

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Ein Abstecher in die „area del tufo“ ist bei einem Urlaub in der Maremma absolute Pflicht. Wie der Name schon sagt, bestimmt der Tuffstein in diesem Gebiet die Landschaft. Drei wunderschöne Städte wurden halb in, halb auf ihn gebaut: Pitigliano und ihre beiden kleinen Schwestern Sorano und Sovana. Bisweilen geht der steinerne Untergrund manchmal kaum merklich in die Häuserfassaden über. Vor allem aufgrund dieser charakteristischen Bauweise ist das Attribut „pittoresk“ für die drei Orte fast schon eine Untertreibung. Wer die „malerischen Dörfer“ der „Bilderbuch-Toskana“ sucht, wird in der „area del tufo“ fündig.

„Malerisch“ ist untertrieben
Sorano liegt am östlichsten Ende der Toskana an der Grenze zu Latium und ist am besten von Pitigliano aus zu erreichen. Da man Pitigliano als die größte und spektakulärste Tuffsteinstadt sowieso anschaut, lässt sich ein Besuch in Sorano noch bequem innerhalb eines Tagesausflugs dranhängen.

Die Sehenswürdigkeiten in Sorano? Jedes Haus in den verwinkelten Gassen, jeder Torbogen, jede Treppe und jeder der in den bloßen Stein gehauenen Lagerräume. Sorano wirkt mehr wie ein einziges Freilichtmuseum als ein bewohntes Dorf und lädt daher zum Schlendern, Staunen und Fotografieren ein. Die schönste Aussicht hat man von dem Platz mit dem alten Glockenturm. Von hier aus überblickt man das ganze Dorf nach allen Seiten. Am höchsten Punkt thront die Festung „Fortezza Orsini“, benannt nach dem Adelsgeschlecht der Orsini, die im 15. Jahrhundert die allesbeherrschenden Aldobrandeschi ablösten. Inzwischen ist die Fortezza Orsini ein Museum, in dem es unter anderem gregorianische Noten und Fresken aus der Renaissance zu sehen gibt.

Gräber oder Lagerräume?
Es lohnt sich aber auch, vom Aussichtspunkt aus einen Blick in die bewaldeten Hügel des Umlands zu werfen. Immer wieder entdeckt man zwischen den Bäumen Öffnungen im Tuffgestein, die auf etruskische Gräber hindeuten. Viele von ihnen wurden in den vergangenen Jahrhunderten einfach als Lagerraum genutzt. Denn im Tuffstein herrscht praktischerweise das ganze Jahr über ein konstant kühles Klima. Der nahe gelegene „Parco Archeologico Città del Tufo“ müsste streng genommen über das gesamte Tuffsteingebiet rund um Sorano, Sovana und Pitigliano ausgedehnt werden. Wer weiß, wie viele zugewachsene und verschüttete Nekropolen es hier noch zu entdecken gäbe!

Das Museum in der Fortezza Orsini ist jeden Tag außer Montag geöffnet, der Eintritt kostet 4 Euro.

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2 Responses to Bilderbuch-Toskana aus Tuff: Sorano

  1. rotewelt sagt:

    Ah, nun warst du dort? Das Städtchen scheint sich nicht sehr verändert zu haben, seit ich vor vielen Jahren dort war. Wie aufgetürmt wird der Ort mit dem Aufundab der schönen verwinkelten Gassen mit Kopfsteinpflaster. Sehr schön!

  2. Pingback:Wie aus dem Stein gepellt: Pitigliano | Maremma Geheimtipp

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